Mein Nachbar bekommt eine Wärmepumpe. Sein Haus hat 6,6 kW Heizlast. Sein HB empfiehlt die A16 252-A, weist aber darauf hin, die Heizlast müsse noch berechnet werden und es könnte sich eine kleinere Anlage ergeben.
Nach meinen Überlegungen/Berechnungen wäre die A08 die richtige Version.
Allerdings habe ich selbst die Vitocal 222-S und aussen 200-S (nur 1 Lüfter) Model C08 und die Heizlast ist nur knapp 5 kW. Hier bei uns ist es besonders feucht, gerade um den Nullpunkt und meine Maschine taut meist gerne alle 35 Minuten ab. Mit einem doppelt so großem Ventilator wäre ich glücklicher mit meiner Maschine, die ja auch zu groß ist für mein Haus (aber anderes Thema).
Hier ein paar Daten für die WP des Nachbarhauses (Bj 2006, Holzständer, gut gedämmt).
Nach meinen Berechnungen käme die A08 oder A10 in Frage (A13 oder A16 viel zu groß). Die A10 ist zwar auch zu groß aber sie hat einen deutlich größeren Verdampfer womit sich das Problem des permanenten Abtauens in größere Intervalle bringen ließe.
Mir ist schon klar, rein nach der Heizlast wäre die A08 besser geeignet, wenn das Problem mit dem Abtauen nicht wäre. Zudem würde die A10 weniger Strom verbrauchen, als die A08, da sie mit dem größeren Verdampfer effektiver arbeitet (höherer COP) als die A08.
Hier die Gebäudeheizlast in die Leistungsdiagramme aus der Planungsanleitung eingezeichnet (Werte weichen ein wenig ab, von meinen Berechnungen):
Leider fehlt mir in der Interpretation die Erfahrung, bei der A08 verläuft die Gerade der Heizlast (rot) näher am Knickbereich, das hat vielleicht eine entscheidende Bedeutung?
Ohne farbige Leistungskurven kann ich leider nicht sehen, wo unter 0°C die einzelnen VL-Temperaturen zu verorten sind, leider kenne ich die bisher per Gastherme gefahrene VL-Temperatur nicht. Gibt es die Grafiken evt auch farbig?
Wie seht Ihr das Problem?
LG, Michael
Hallo Michael,
von der A10 habe ich ein relativ altes, aber farbiges Kenlinienfeld.
Ich vermute übrigens, dass die 45°C-Kennlinie im neueren KL-Feld nicht stimmt. Die Werte bei -7 und -10°C AT passen nicht zum Rest. Allerdings sind die Werte dann auch in den Tabellen falsch. Ansonsten kannst du dir aus diesen die Kennlinien selbst farbig in ein Diagramm zeichnen.
Hier entsprechend für die A10 die aktuellen Kennlinien. Man sieht, dass auch bei den Modulationsgrenzen bei 45°C etwas nicht stimmt.
Bei 6.6kW Heizlast wäre ich jedoch bei einer A08. Die kann dann einfach besser modulieren und taktet weniger. Bei dem kleinen Bivalenzbereich kann dann kurz mal der Zusatzheizer helfen.
Hinzu kommt, dass die A10 real nicht soweit runtermodulierten kann, wie das Diagramm verspricht.
Ok, danke Dir für die Zeichnungen, hatte ich übersehen, dass ich die Daten habe, farbige Linien selbst zu zeichnen.
Was denkst Du zur Idee des größeren Verdampfers, um die Abtauintervalle länger zu gestalten? Ist das nur eingebildet und die Vorteile der A08 schlagen ein möglicherweise besseres Abtauverhalten der A10? Für so feuchte Ecken, wie hier bei uns in der Süd-West-Pfalz würde ich mir einen A08-F (F für besonders feucht) wünschen. Ich sehe aber auch keinen anderen Hersteller der explizit eine Wärmepumpe mit größerem Verdampfer im Programm hat. Lambda hat einen relativ großen Verdampfer und die Anlagen von denen haben ja höhere COPs aus dem Prüfstand.
Vielleicht noch als Info, vergangenen Winter hatte meine WP (222-S Vitocal) 1166 Abtauvorgänge.
LG, Michael und danke nochmal!