Mir wird eine Vitocal 250a ohne Pufferspeicher für den HW Kreislauf für den Betrieb an Heizkörpern angeboten. Meine Bedenken bezüglich einer höheren Taktung und damit höherem Verschleiß wird mit dem Hinweis auf die Regelbarkeit der WP begegnet. - Was wiederum zu längeren Laufzeiten führt. Mich treiben hier zwei Fragen die mir bisher unbeantwortet blieben um:
1. Wie verändert sich der Wirkungsgrad der WP wenn sie nicht in ihrem Leistungspunkt betrieben wird?
2. Ist ein erhöhter Verschleiß durch längere Laufzeitung bei geringerer Leistung bzw. höhere Taktung bei modernen WP wirklich vernachlässigbar?
Hallo @Michael321 ,
ich habe genau so eine Anlage.
Eine A10 ohne Puffer ausschließlich mit Heizkörpern
1. Wie verändert sich der Wirkungsgrad der WP wenn sie nicht in ihrem Leistungspunkt betrieben wird?
Was meinst du damit? Es gibt keinen singulären "Leistungspunkt". Die Regelung der Anlage sorgt grundsätzlich dafür, dass die Vorlauftemperatur entsprechend der Heizkurve eingestellt wird. Wird diese erreicht, moduliert die Anlage im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Leistung herunter, um die VLT zu halten. Bestenfalls ist die abgegebene Leistung der WP dann gleich der vom Heizkreis abgenommenen Leistung, so dass die Anlage durchläuft. Wird allerdings die Minimalleistung der WP erreicht, dann kann die Balance nicht mehr aufrechterhalten werden und die VLT steigt irgendwann über die Abschalthysterese und es kommt zum Taktbetrieb. Das ist grundsätzlich völlig normal, um die Leistungsbilanz wieder auszugleichen. Ohne Puffer sind die Takte bei Heizkörperkreisen aufgrund der geringen Speicherkapazität kürzer und häufiger als mit Puffer oder FBH im Estrich. Ein Puffer verlängert durch die größere Wassermenge die Aufheizzeiten und -pausen.
2. Ist ein erhöhter Verschleiß durch längere Laufzeitung bei geringerer Leistung bzw. höhere Taktung bei modernen WP wirklich vernachlässigbar?
Grundsätzlich ist der Startvorgang für den Verdichter mit erhöhtem Verschleiß verbunden, da hier zunächst der Ölfilm hergestellt werden muss. Aber auch ein Dauerlauf führt natürlich zum Verschleiß. Genaue Daten darüber, welche Laufzeit pro Takt und Tag optimal für die Lebensdauer ist, liegen m.W. nicht vor. Für die Verdichter werden vom Hersteller 6 Takte pro Stunde als zulässig genannt, was aber sicher schon lebensverkürzend ist. Eine Lebensdauer in Gesamtstunden wird nicht angegeben, man kann aber konservativ von wenigstens 50.000h ausgehen. Um hiermit auf mehr als 15 Jahre zu kommen, dürfte die Anlage 3333h im Jahr laufen, verteilt auf die Heizsaison und die tägliche WW-Bereitung. Wenn du das ohne Puffer mit durchschnittlich mehr als 1,5h Laufzeit pro Takt hinbekommst, ist das völlig ok. In der Übergangszeit mit höherer Außentemperatur werden die Takte wahrscheinlich auch mal kürzer sein, dafür läuft die Anlage bei Kälte auch mal viele Stunden durch. Nicht verrückt machen dabei. Wichtig ohne Puffer ist eine nicht zu groß ausgelegte Anlage und ein guter hydraulischer Abgleich, der dann weitestgehend ohne Thermostate auskommt. Thermostate, die Heizkörper aus dem Heizkreis nehmen, führen ganz schnell zur Leistungsimbalance und nachfolgendem Kurztakten.
Das Takten kann man mit einem Puffer reduzieren, benötigt aber auch um die 10 % mehr Energieeinsatz.
Die preiswertere Möglichkeit hat mir in meinem Szenario die Vitotrol 300-E geboten, die man in die Regelung integrieren kann. Diese "Fernbedienung" erfasst auch die Temperatur des (Referenz-) Raums, in dem sie installiert ist, und man kann die WP in den Übergangszeiten (bei mir > 10°AT, wo die WP nicht modulierend durchläuft) "witterungsgeführt mit Raumeinfluss" betreiben. Dies hat dazu geführt, dass hier die durchschnittliche Laufzeit über das Jahr 2025 ~374 Minuten (6,25 h) pro Takt betrug bei durchschnittlichen 1,74 Takten/Tag. Ich muss mir also eher über die Laufzeit Gedanken machen, nicht über die Takte. Nachteil der Vitotrol - man muss mit Temperaturunterschieden von 1 °C Raumtemperatur klarkommen (z.B. 20,5 bis 21,5 °C), denn die Schalthyterese der Vitotrol kann man nicht einstellen.
Das bekommt man nat. nur hin, wenn die hydraulischen Vorrausetzungen passen, wie ABR sie oben zusammengefasst hat. Heizlast, thermischer Abgleich der Räume, Heizkurve und Niveau, Ein- und Ausschalthysterese, Volumenstrom etc.. Man muss sich also viel Mühe geben (können), sein System zu trimmen.
Ich war auf Anraten meines HB so verblieben, dass wir ohne Pufferspeicher starten und den ggf. nachrüsten, wenn es ohne nicht gut funktioniert. Das war aber tatsächlich nicht nötig.
Sehr schön zu sehen - um 20:40 Uhr habe ich auf den Betrieb mit der Vitotrol umgestellt. Vorher war es rein "witterungsgeführt" mit vielen Takten.
@ABR schrieb:Hallo @Michael321 ,
ich habe genau so eine Anlage.
Eine A10 ohne Puffer ausschließlich mit Heizkörpern
1. Wie verändert sich der Wirkungsgrad der WP wenn sie nicht in ihrem Leistungspunkt betrieben wird?
Was meinst du damit? Es gibt keinen singulären "Leistungspunkt". Die Regelung der Anlage sorgt grundsätzlich dafür, dass die Vorlauftemperatur entsprechend der Heizkurve eingestellt wird. Wird diese erreicht, moduliert die Anlage im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Leistung herunter,.
Ich meine den Wirkungsgrad oder den COP bei modulierter Leistung. Ich denke, daß die guten COP bei Auslegungsleistung gelten, die Modulierung wird vermutlich über eine Reduzierung der Leistung des Kompressors realisiert. Gibt es Infos wie sich der Wirkungsgrad bzw COP bei modulierter Leistung verändert?
Der COP wurde sicher bei der Nennwärmeleistung ermittelt. Die Abhängigkeit von der Modulationsleistung wird m.W. nirgendwo dargestellt, dürfte aber geringer sein als von der Differenz aus VLT und AT.
Und zum abwürgen des Volumenstroms wenn die Thermostate zu drehen.